Ich mag an Architektur vor allem, dass eigentlich keine Aufgabe der anderen gleicht. Jedes Projekt bringt seine eigenen Fragen mit und verlangt nach einer anderen Herangehensweise. Dabei interessiere ich mich besonders für atmosphärische Räume, aber auch immer mehr für die sozialen und nachhaltigen Aspekte von Architektur. Der Umgang mit dem Bestand ist für mich dabei ein besonders spannendes Thema: Nicht immer muss etwas Neues entstehen, oft lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was schon da ist und was daraus gemacht werden kann.
Vielleicht passt dazu auch ganz gut, dass mein eigener Weg bisher ziemlich vielseitig war. Neben meinem Architekturstudium habe ich in verschiedenen Architekturbüros gearbeitet, im Holzmodulbau geplant und Machbarkeitsstudien erstellt. Ich habe aber auch als künstlerische Assistenz in einem Atelier gearbeitet, eine Ausstellung beim DOK Leipzig betreut, eine Gefängniszeitung gestaltet und mich mit Illustration und Betonskulpturen beschäftigt. Kurz gesagt: Ich probiere gern Dinge aus – und meistens nehme ich dabei etwas mit, das mir später an ganz anderer Stelle wieder nützlich ist.
Ich würde mich als jemanden beschreiben, der sich schnell in neue Themen einarbeitet, gern konzeptionell denkt und gleichzeitig ziemlich strukturiert arbeitet. Ich habe Freude daran, mich in eine Aufgabe richtig reinzuknien, Zusammenhänge zu verstehen und dann eine gute, klare Lösung daraus zu entwickeln. Meine Stärken liegen dabei nicht nur im architektonischen Entwurf, sondern auch im grafischen und darstellerischen Bereich.
Während meiner bisherigen Arbeit konnte ich ganz unterschiedliche Maßstäbe und Aufgaben kennenlernen – vom ersten Entwurf über Planung und CAD bis hin zu konkreten Machbarkeitsfragen. Für ein ehemaliges Bürogebäude habe ich beispielsweise selbstständig den Bestand aufgenommen, ein 3D-Modell erstellt und daraus ein neues Konzept für Monteurswohnungen entwickelt. Bei Timberis habe ich Gebäude in Holzmodulbauweise entworfen und geplant und mich unter anderem mit der maximalen Bebaubarkeit von Grundstücken beschäftigt. Und manchmal sind es auch die kleineren Dinge: CAD-Pläne für einen Bauantrag oder Aufgaben, bei denen es einfach darum geht, sich schnell in ein neues Thema einzufinden und es ordentlich umzusetzen.
Mein Interesse an Gestaltung geht dabei über Architektur hinaus. Während meines Studiums habe ich mich mit Illustration und skulpturalem Arbeiten beschäftigt und nebenbei in einem Künstleratelier gearbeitet. Dort ging es ausnahmsweise nicht um Grundrisse, Bauordnungen oder Details, sondern um Leinwände, Farbe, Organisation und die Vorbereitung von Kunstwerken. Genau diesen Perspektivwechsel mochte ich sehr. Ich glaube, dass mir solche Erfahrungen auch dabei helfen, Architektur nicht ausschließlich technisch zu betrachten, sondern immer auch als etwas Räumliches, Visuelles und Atmosphärisches.
In meiner Masterarbeit „Grünau – was geht (noch)?“ habe ich mich schließlich mit der Entwicklung des Leipziger Stadtteils Lausen-Grünau beschäftigt. Dabei ging es mir weniger darum, dem Stadtteil ein fertiges Konzept überzustülpen, sondern darum, genauer hinzusehen: Was ist bereits da? Was funktioniert? Und welche kleinen, temporären Interventionen könnten Impulse für größere Veränderungen geben? Für die Arbeit wurde ich mit dem Studienpreis Konrad Wachsmann des BDA Sachsen ausgezeichnet – worüber ich mich natürlich ziemlich gefreut habe.
Was ich suche, sind Aufgaben, bei denen ich meine unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten zusammenbringen kann. Ich bringe vielleicht noch nicht die längste Liste an Berufsjahren mit, dafür aber eine ziemlich große Lust, mich in neue Themen einzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen und Dinge gut zu machen.
Und wenn irgendwo jemand gebraucht wird, der sich in ein neues Thema einliest, einen Entwurf entwickelt, einen Plan zeichnet, ein 3D-Modell baut, eine Präsentation gestaltet oder einfach sagt „okay, dann probieren wir das jetzt mal aus“ – dann bin ich wahrscheinlich ziemlich gut aufgehoben.