entwurf (master)
grips x3, kinder- und jugendtheater am hansaplatz berlin
in zusammenarbeit mit phillipp zalenga, marvin hoyer & lennart wetzel
Die Aufgabenstellung für den Entwurf sah einen Erweiterungs(-neu)bau für das Gripstheater am Hansaplatz in Berlin vor, auf einem schräg über die Straße liegenden Grundstück. Wir haben mit unserer Herangehensweise einen anderen Ansatz gewählt, welches den Bestand integriert und den Hansplatz in mehreren Phasen wiederbeleben soll.
Die Vorgehensweise unseres Projekts bezieht sich auf den Beitrag des deutschen Pavillons der 13. Internationalen Architekturausstellung in Venedig sowie das gleichnamige Buch. Die darin beschriebenen Methoden waren Inspiration und Grundlage für unsere Entwurfsarbeit. Reduce, Reuse, Recycle: das bedeutet den Fokus auf Vorhandenes zu legen, Verhaltensweisen zu hinterfragen und mit den gegebenen Ressourcen zu arbeiten. „Je geringer die Änderung des Ausgangsprodukts, desto besser ist also der Prozess.“
Das GRIPS Theater benötigt Platz, soviel steht fest. Politik und Stadtplanung sind jedoch dabei, diesen Platz in einem zweifelhaften Kontext zu verorten und eine der wenigen unberührten Grünflächen zu bebauen. Viele Interessen anderer, finanzielle Mittelknappheit und eine fehlende Lobby machen dieses kulturell wichtige Kinder- und Jugendtheater handlungsunfähig. Der Standort des Theaters droht auseinanderzureißen.
Gibt es Alternativen? Wir versuchen, eine neue Perspektive aufzuzeigen, indem wir die Qualitäten des Hansaplatzes, die Bedeutung seiner Integrität sowie die Notwendigkeit seiner Modernisierung für alle Beteiligten sichtbar machen. Eine Zukunftsvision in drei Akten. Jeder Akt ist darauf ausgerichtet, aufzuklären, aufzuzeigen und aktiv zu werden. Ganz im Sinne der Tradition des GRIPS Theaters. Zuerst müssen die Nutzerinnen und Nutzer des Ortes für seine Probleme und Potenziale sensibilisiert werden. Dann kleine Veränderungen: erschwinglich, umsetzbar und sichtbar mit dem Ziel, die Schwierigkeiten des Theaters vorübergehend zu lindern und öffentlich wahrnehmbar zu machen. Zum Schluss die Utopie des Ortes. Ein Wagnis, anders zu denken, mit dem Ziel, vieles zu verbessern – Hansaplatz reloaded. Was wäre, wenn… Es ist eine Erzählung im Werden. Das Projekt ist nur ein Anstoß. Damit der Inhalt konkreter wird, müssen alle mitwirken.
Die Utopie vom Hansaplatz sollte die Utopie derer sein, die ihn brauchen.
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